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Warum grüner Tee ein wahres Anti-Aging-Wunder ist

Dec 18, 2025 | AKTUELLES

Prof. Ingo Froböse gibt Männern im Exklusiv-Interview Tipps:

Ob Haarausfall, Muskelabbau oder verringerte Libido – viele Veränderungen bei Männern ab 50 sind hausgemacht, wie der Fitness- und Gesundheitsexperte und Bestsellerautor Prof. Ingo Froböse (68) in seinem neuen Buch „Der Männer-Gesundheitscode“ schreibt.
Die gute Botschaft: Wenn „Mann“ Einfluss hat, kann er auch jederzeit Dinge verändern. Golf & Business sprach exklusiv mit dem Autor und fragte ihn auch nach Tipps für Golfer.

Herr Professor Froböse, der Begriff Gendermedizin ist immer mehr präsent, fokussiert aber meist eher Frauen. Wollten Sie mit Ihrem Buch „Der Männer-Gesundheitscode“ ein Gegengewicht setzen und zeigen, dass in Wahrheit Männer gesundheitlich benachteiligt sind und mehr für ihre Gesundheit tun müssen?

Ingo Froböse:
Genau, mir ist die Diskussion etwas in die Schieflage geraten. Natürlich stimmt es, dass Frauen in der medizinischen Forschung unterrepräsentiert waren. Pharmazeutische Tests etwa waren so standardisiert, dass man den 20- bis 40-jährigen Mann genommen hat. Aber Kinder und Senioren waren ebenso unterrepräsentiert. Auf der anderen Seite wissen wir, dass Männer das kränkere Geschlecht sind: Sie sind häufiger übergewichtig als Frauen, haben mehr chronische Erkrankungen und sterben fünf Jahre früher. Männer haben zwar weniger psychische Erkrankungen, aber sie leiden intensiver daran, ihre Suizidrate ist höher. Sie sind Vorsorgemuffel und reden – anders als Frauen – untereinander fast nie über Gesundheit. Es gibt also viele Gründe, warum ich den Finger in die Wunde legen wollte.


Das Buch besteht aus fünf Teilen: Sport, Ernährung, Regeneration, Vorsorge und Einstellung. Bei der Ernährung geben Sie den Getränken viel Raum, besonders Kaffee und (grünem) Tee. Sind sie besser als jedes Anti-Aging-Medikament?

Froböse:
Ich habe bewusst Kaffee und Tee mehr Raum eingeräumt, weil die Affinität zu Kaffee als Tagesgetränk bei Männern sehr hoch ist – und dies oft zu Unrecht kritisiert wird. Ich wollte zum einen dem Kaffee einen kleinen Heiligenschein verleihen, damit das Männergetränk im Alltag ein schönes Bild bekommt. Zum anderen wollte ich die große Bedeutung des grünen und weißen Tees hervorheben, weil es sich lohnt, dass Mann auf das typische Frauengetränk schielt. Denn: Kaffeekonsum ist gut, hat aber seine Grenzen bei fünf Tassen täglich. Wenn Männer etwas für sich tun möchten, ist grüner Tee ideal. Da sind viele Antioxidantien, Immunstimulantien und Phenole drin. Deswegen lohnt es sich wirklich, das öfter zum Tagesgetränk zu machen. Gerade auch, weil Männer öfter mit Sodbrennen kämpfen und grüner Tee da keine Probleme bereitet.


Immer öfter liest man von den „Wechseljahren des Mannes“, auch Sie greifen das Thema auf. Was ist dran an diesem Phänomen – wovor muss Mann sich in Acht nehmen?

Froböse:
In der Literatur wird immer noch diskutiert, ob es die Andropause beim Mann gibt. Klar ist: Es gibt beim Altern schleichende Veränderungen bei biologischen und biochemischen Prozessen. In den Wechseljahren stehen hormonelle Veränderungen im Mittelpunkt – bei Frauen und Männern. Männer verlieren ein Prozent der Testosteronproduktion pro Jahr. Ich habe bewusst die Wechseljahre des Mannes thematisiert, weil ich auch die wichtige mentale Komponente beschreiben wollte. In dieser Phase fallen dem Mann, der ja immer sehr leistungsorientiert unterwegs ist, viele Dinge vor die Füße, weil das gewohnte „immer höher, schneller, weiter“ etwa ab dem 50. Lebensjahr nicht mehr geht. Wir haben es mit einer Kombination aus körperlichen und psychischen Merkmalen zu tun.

Mein Rat an alle Männer: Lasst eine gewisse Veränderung einfach zu. Leistungseinbruch ist normal, Verlust der Libido auch. Wenn ihr euch damit nicht abfindet, hisst nicht die weiße Fahne, sondern nutzt unsere Interventionsvorschläge im Buch, dann kriegt ihr nicht den dicken Bauch und die dünnen Beine. Mit gezieltem Muskeltraining lässt sich der Testosteronspiegel um das Dreifache steigern. Männer sollten 40 Prozent Muskelmasse haben, Frauen 25 bis 30 Prozent. Wenn Männer rechtzeitig gezielt Muskelmasse aufbauen würden – was sie oft versäumen –, wären ihre Probleme nicht so ausgeprägt. Die gute Nachricht ist: Für Muskeltraining ist es nie zu spät.


Sie waren selbst Leistungssportler und trainieren weiter intensiv Muskeln und Ausdauer. Was ist Ihr wichtigster Tipp für Golfspieler, die auch mit über 60 und über 70 gern auf den Platz gehen?

Froböse:
Golfspielen wird nicht allein durch Golfspielen besser, sondern auch durch begleitendes Ausdauer- und Muskeltraining. Der menschliche Organismus lebt davon, eine gewisse Ausdauerbelastung zu bekommen. Vier bis fünf Stunden auf dem Platz setzen eine Grundfitness voraus, die sogenannte Ermüdungswiderstandsfähigkeit. Deshalb sollten Golfspielerinnen und Golfspieler immer ein begleitendes Herz-Kreislauf-Training machen. Ich empfehle als Erstes zusätzlich zum Golf mindestens zweimal die Woche je 45 bis 60 Minuten eine Laufeinheit, Fahrradergometer, eine Radtour oder Schwimmen, damit man auch nach dem 16., 17. und 18. Loch nicht müde geworden ist. Zweitens, die Muskulatur zweimal pro Woche zu trainieren. Denn sie soll Belastungen ausgleichen, die Qualität des Golfschwungs und der Golftechnik optimieren und Stabilität sowie Form geben. Muskeln sind das größte Stoffwechselorgan des Körpers – und Muskelmasse erhält die Gesundheit.

Sehr wichtig ist es, in der Wintersaison die Grundlagen für die nächste Saison zu legen, also Herz-Kreislauf-System und Muskeln zu trainieren und nicht erst im Frühjahr wieder von vorn anzufangen.

Interview: Stephanie Rupp

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